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BESCHLEUNIGUNG DER DIGITALEN TRANSFORMATION
NILS GIESEN IM PORTRAIT

WIRTSCHAFT #6
Nils Giesen verantwortet bei abat, einem internationalen SAP-Dienstleister und Produktanbieter, die Entwicklung der Nachhaltigkeitsberatung. Die Pandemie empfinden viele Unternehmen als Beschleunigerin der digitalen Transformation. Einen Startvorteil in der Krise hatten alle Unternehmen, die bereits vor 2020 auf den vermehrten Einsatz digitaler Mittel gesetzt haben. Ein Großteil seiner Kolleg*innen arbeitete schon vor Corona überwiegend mobil. Um trotzdem die Vernetzung im Unternehmen zu fördern, gibt es bei abat inzwischen ein Fernsehstudio mit Greenscreen und professioneller Technik. Verschwunden sind dafür ein Meetingraum und eine Arbeitsplatzgruppe.

„Alle vier bis sechs Wochen wird jetzt eine Fernsehsendung live ausgestrahlt, auf der dann zur Lage des Unternehmens, zu Projekten oder besonderen Ereignissen berichtet wird, tolle neue Kollegen sich vorstellen können. Auch alte Kollegen stellen sich nochmal vor, damit man so ein bisschen Vernetzung hat.“

Nils Giesen, abat AG Bremen

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WANDLUNGSPROZESSE AKTIV MITGESTALTEN
BERTINA MURKOVIC IM PORTRAIT

WIRTSCHAFT #5
Bertina Murkovic ist Betriebsratsvorsitzende bei VW Nutzfahrzeuge, einer eigenen Marke in der Volkswagen AG. Betriebsräte sind wichtige Multiplikator*innen in Richtung der Beschäftigten. Sie sollten deshalb in einen angestrebten Wandlungsprozess intensiv eingebunden werden. Eine Studie zeigt zudem, dass Beteiligung und ökologisches Engagement überdurchschnittlich sind, wenn die Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert sind. In Betrieben mit eingespielter Mitbestimmungskultur fällt es oftmals leichter, gute und pragmatische Lösungen auf die aktuellen Herausforderungen zu finden.

„Der Betriebsrat kann seine Mitbestimmungsrechte auch zur Pfadbeschreitung
hin zur Klimaneutralität nutzen, z. B. klar machen, dass Energieeffizienz ein deutlicher Kostensenker im Bereich Produktion sein kann. Der Betriebsrat hat ja nicht nur eine Schutzfunktion für die Beschäftigten, sondern – was oft vergessen wird – auch eine Gestaltungsfunktion.“

Bertina Murkovic, Volkswagen Nutzfahrzeuge Hannover

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FLEXIBEL IST DIE ARBEITSWELT VON MORGEN
TOBIAS PESELMANN IM PORTRAIT

WIRTSCHAFT #4
Tobias Peselmann ist der Geschäftsführer von pbr NETZenergie, einem jungen Energieberatungsunternehmen.
Er ist der festen Überzeugung, dass auch die Arbeitswelt, so wie sie noch in 2019 bestand, in 2022 nicht mehr sein wird. Das betrifft vor allem reduzierte Dienstreisen, Home Office und mehr digitale Meetings. Gesteuert wird das einerseits durch positive
Erfahrungen im Unternehmen selbst, andererseits durch Kundenerwartungen, die sich stärker an digitalen Formaten und Angeboten
ausrichten.

„Wir werden auch dazu übergehen, dass wir ein oder zwei mobile Tage pro Woche den Mitarbeitenden anbieten, so dass wir eigentlich sagen können: Wenn der Peter morgen kommt, der nimmt sich seinen Trolly und setzt sich dahinten ans Fenster. Weil der Schreibtisch frei ist und nicht weil die Blume von ihm dort steht.“

Tobias Peselmann, pbr NETZenergie Osnabrück

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LUFT NACH OBEN BEIM MOBILEN ARBEITEN
DR. ING. MARTIN SCHNATMEYER IM PORTRAIT

WIRTSCHAFT #3
Martin Schnatmeyer ist bei IGEL Technology, einem Hersteller von Computer-Hardware und Software, für den Bereich Legal & Compliance tätig. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt unter anderem ein Betriebssystem für den Zugriff auf virtuelle Arbeitsplätze. Er weiß, dass während der Pandemie einerseits nicht alle die Möglichkeit haben, im Home Office gut zu arbeiten. Fehlende Räumlichkeiten oder Ruhe, wenn Kinder oder Partner*in ebenfalls zu Haus sind, aber auch der Datenschutz sind ein großes Problem. Andererseits ergeben sich auch Vorteile, wie mehr Freiräume in der Zeitplanung, der Wegfall des Arbeitswegs und bessere Konzentration als im Großraumbüro.

„Arbeitsplätze im Home Office stellen uns vor neue Herausforderungen – unter anderem im Zusammenhang mit Unterweisungen und Datenschutz. Im Nebenraum steht zum Beispiel eine Alexa, die muss ausgeschaltet sein, damit sie nicht mithören kann.“

Dr.-Ing. Martin Schnatmeyer, IGEL Technology GmbH Bremen

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TEMPO BEI WICHTIGEN ENTSCHEIDUNGEN
BIANCA BEYER IM PORTRAIT

WIRTSCHAFT #2
Bianca Beyer ist Koordinatorin des Politikbereichs beim Strom- und Gasnetzbetreiber Avacon. Die
Unternehmensgruppe unterstützt bei der Umsetzung der Energiewende und bietet u.a. kommunalen, gewerblichen und industriellen Partnern neben der Haupttätigkeit als Verteilnetzbetreiber auch regionale Energielösungen in den Bereichen Strom, Gas, Wasser/Abwasser, Wärme, Kälte, Mobilität und Beleuchtung an. In der Coronakrise hat der Staat nicht nur in ihrer Branche kurzfristig regulierend in den Betriebsalltag eingegriffen.
Die erhöhte Schnelligkeit bei wichtigen Entscheidungen hat gezeigt, dass der Staat auch unter Druck handlungsfähig ist, und zwar schnell. In Hinblick auf zukünftige umweltpolitische Entscheidungen wäre es wünschenswert, wenn diese Geschwindigkeit beibehalten wird.

„Müssen denn die Dinge immer so lange dauern? Die Coronakrise hat gezeigt, dass viele Dinge auch in hohem Tempo gehen. Ich wünsche mir, dass das hohe Tempo auch in Zukunft beibehalten wird.“

Bianca Beyer, Avacon AG Helmstedt

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DEM SHUT-DOWN DIE STIRN BIETEN

WIRTSCHAFT #1
RENN.nord-Bremen/Niedersachsen geht mit Unternehmen und ihren Mitarbeitenden in den Dialog, um herauszufinden, welche Veränderungen die Corona-Krise auf das wirtschaftliche Leben hatte und welche davon bleiben. Persönliche Gespräche sollen Einblicke geben sowohl in die Sorgen und Probleme als auch in die Zukunftsvisionen verschiedener Branchen. Im Fokus stehen dabei vor allem die Änderungen im Berufsalltag, die aus den Erfahrungen mit dem Shut-Down resultieren sowie Einflüsse auf langfristige Strategien und Unternehmensentscheidungen. Wird Arbeit etwa durch mobiles Arbeiten, Home Office und die digitale Vernetzung zeitlich und räumlich flexibler und können Arbeitsprozesse zukünftig effizienter und ressourcenschonender gestaltet werden? Sehen Unternehmen Parallelen zwischen dem Umgang mit der Corona- und der Klima-Krise?

Aktuell werden die persönlichen Gespräche in Betrieben aus Bremen und Niedersachsen vom Institut für Arbeit und Wirtschaft Bremen ausgewertet und für eine groß angelegte Online-Umfrage aufbereitet. So gehen die Projektpartner*innen der Frage auf den Grund, was Unternehmen aus den Erfahrungen der Corona-Krise lernen, um die Zukunft nachhaltiger zu gestalten.